Um San Lorenzo wirklich kennenzulernen, brauchst du mindestens sieben Schritte, einen für jede Villa: Prato, Prusa, Glolo, Berghi, Pergnano, Senaso und Dolaso, die Ortsteile, die zusammen das Dorf bilden. Einst führten sie getrennte Leben: jede mit ihrer eigenen Kirche, ihrer eigenen Alm, der turnusmäßig betriebenen Sennerei, dem Patronatsfest. Noch heute bewahren sie ihren ursprünglichen Charakter und feiern ihren eigenen Festtag.
Genau genommen sind die Ortsteile nicht nur sieben. Moline und Deggia sind zwei abseits liegende Fraktionen, von den übrigen durch die Hügel von Beo und Mani getrennt. Früher gab es hier Schulen, Wirtshäuser, Sägewerke, Mühlen. Heute heißen sie Wanderinnen und Wanderer sowie Pilger willkommen, die auf den Wegen San Vili und Frassati unterwegs sind, langsame Reisende auf der Suche nach Landschaft, Stille und Erinnerung.
Ein Duft führt uns durch die Ortsteile: der der Ciuìga del Banale, unserer weltweit einzigartigen Wurst, hergestellt aus Schweinefleisch und weißen Rüben. Entstanden in harten Zeiten, als nichts verschwendet wurde, ist sie heute ein Slow-Food-Presidio und ein Symbol unserer Fähigkeit, Einfachheit in Exzellenz zu verwandeln.
Doch die wahre Schönheit von San Lorenzo liegt nicht nur in seinen Mauern oder Dächern. Sie lebt in unserer Gemeinschaft, in den Menschen, die diese Häuser bewohnen, in den Händen, die die Erde bearbeiten, in den Handwerkerinnen und Handwerkern, die der Fantasie Form geben, in den Bäuerinnen und Bauern, die mit Geduld die Landschaft gestalten. Und vor allem lebt sie in denen, die dich mit einem ehrlichen Lächeln empfangen, als wärst du ein Teil der Familie.