Rucksack auf dem Rücken, langsamer Schritt, tiefer Atem.
Der Cammino di San Vili, den wir gern unseren kleinen Jakobsweg nennen, wird nicht nur mit den Füßen gegangen, sondern mit der Seele.
Dem heiligen Vigilius gewidmet, dem dritten Bischof und Schutzpatron von Trient, folgt der Weg der alten Römerstraße, die Vigilius der Überlieferung nach im 4. Jahrhundert n. Chr. während seines Missionswerks durchquerte. Er verbindet die Brenta-Dolomiten mit dem Etschtal, von Madonna di Campiglio bis Trient, durch Berge, Wälder und Dörfer voller Traditionen, wo Wasser mit Fels in Dialog tritt und der Mensch landwirtschaftliche Landschaften von großer Schönheit geformt hat.
Der Weg spricht die Sprache der Langsamkeit: Jeder Schritt lädt zum Entdecken ein, jeder Atemzug wird zum Gebet. Er ist in zwei Varianten begehbar: die niedrige Route (109 km), leichter und reich an Geschichte und Kultur, und die hohe Route (110 km), anspruchsvoller, zwischen majestätischen Ausblicken und wilder Natur. Der Weg wechselt zwischen Pfaden, Wirtschaftswegen und Bergstraßen und ist auch mit dem Fahrrad befahrbar.
Die beste Zeit zum Aufbrechen ist von April bis Oktober: Dank der Höhenlage und der ständigen Präsenz von Wasser und Schatten ist er einer der wenigen langen Wege, die auch im Sommer ideal sind.
Im Abschnitt von San Lorenzo Dorsino führt der Weg durch Tavodo, Andogno, Moline und Deggia: Hier öffnet und schließt sich der Wald wie ein Atemzug, und zwischen den Felsen entdeckt man kleine Votivnischen, Ex-voto der Holzfäller, die an den Steilabbrüchen der Forra del Limarò arbeiteten, wo der Fluss Sarca außergewöhnliche Naturskulpturen formt.
Der Cammino di San Vili ist nicht nur ein Weg durch Berge und Täler: Er ist eine Erfahrung von Begegnung, Zuhören und Verwandlung. Ein Weg, der nicht in Trient endet, sondern in denen weitergeht, die ihn gehen.