Wir sind Bergmenschen, aufgewachsen in einem Tal, in dem lange Winter und karge Böden die Kunst des Sich-Zu-Helfen gelehrt haben.
Hier entstand die Ciuìga del Banale, unsere Wurstspezialität, ein Symbol für Einfallsreichtum und Überleben. Man erzählt, dass um 1875 ein Metzger aus San Lorenzo in Banale, Palmo Donati, die Idee hatte, das wenige Schweinefleisch mit weißen Rüben zu mischen, die im Juli gesät und im Oktober geerntet wurden.
Es waren Zeiten der Not: Das gute Fleisch wurde verkauft, um das Nötigste zu bekommen, und übrig blieben nur Innereien und Reste. Die Rüben, gekocht und ausgedrückt, gaben Volumen und machten satt. So entstand eine einfache, aber überraschende Masse, gewürzt mit Salz, Knoblauch und viel schwarzem Pfeffer, und schließlich geräuchert mit Buchenholz und Wacholderzweigen, in dem Raum sanza camino, der aus der alten turnaria-Käserei in Senaso entstand.
Der Name Ciuìga, sagen unsere Alten, stammt von einem Wanderer, der beim Anblick der rauchenden Wurst in einer Schüssel ausrief: "Me pàr na ciuìga!" (Das sieht aus wie ein Tannenzapfen!). Und tatsächlich erinnern unsere Ciuìghe genau an jene dunklen, schlanken Zapfen, die im Herbst von den Tannen fallen.
Lange Zeit blieb die Ciuìga ein Hungeressen, zuhause für die Familien gemacht und nie zur Schau gestellt. Mit den Jahren und besseren Lebensbedingungen haben wir gelernt, sie noch besser zu machen, indem wir die besten Teile vom Schwein wählten und dabei stets das alte Rezept respektierten. Ursprünglich bestand sie zu 70% aus Rüben und nur zu 30% aus Fleisch. Heute haben sich die Anteile umgekehrt, doch die Rüben sind nie verschwunden: Sie sind die Seele der Ciuìga, das, was sie von jeder anderen Wurst unterscheidet.
1995 präsentierte ein lokales Restaurant die Ciuìga bei einem gastronomischen Wettbewerb und erzielte sofort großen Erfolg. Kurz darauf begann die Famiglia Cooperativa Brenta Paganella mit einer größeren Produktion nach sicheren und kontrollierten Methoden.
Heute ist die Ciuìga del Banale als Slow-Food-Presidium anerkannt, und jedes Jahr im November feiern wir sie mit ihrer Sagra.