Wenn das Val d’Ambiez der Ort des Herzens ist, dann ist Prada der Ort der Kindheitserinnerungen. Eine tiefe Verbindung vereint uns mit diesem Berg und seinen Wiesen.
Prada erzählt von der Arbeit von einst, der mühevollen und geduldigen Heuernte in großer Höhe. An diesen Hängen durfte keine Wiese ungenutzt bleiben: Man stiehlt den Gämsen das Gras, sagten die Bauern. Es war ein hartes Gras, das man im Morgengrauen schnitt, wenn der Tau es für die Sense milder machte.
Prada bewahrt die Sommer von früher. Die leisen Schritte im Morgengrauen, die Familien auf dem Weg mit dem Schlitten auf den Schultern, der Duft des nassen Grases, das Aroma der Bergkräuter, die Männer mit der Sense, die Frauen mit dem Rechen.
Man erreicht es zu Fuß oder mit einem Taxi-Jeep-Service entlang der Strada delle Slitte, einem Weg, eingeschnitten von zwei parallelen Spuren, Erinnerung an unzählige Fahrten der Schlitten, die Heu und Holz für den Winter ins Tal brachten. Einst waren die Wiesen von Prada das gute Wohnzimmer des Winterheus.
Heute weiden dort Schafherden, doch der Zauber dieser Wiesen ist unversehrt geblieben. Die Weiden, genährt von den feuchten Strömungen, die vom Gardasee heraufziehen, und von der großzügigen Sonne, bewahren eine reiche Biodiversität an Heil- und Aromakräutern: Augentrost, Arnika, Johanniskraut, Geißbart. Und über ihnen fliegt oft der Steinadler, Herrscher dieser Himmel.
Eine blühende Terrasse, schwebend über dem Molvenosee, von der sich der Blick in eine der schönsten Aussichten all unserer Berge verliert. Eine Einladung, stehen zu bleiben, zu atmen und sich noch einmal von der authentischen Schönheit der Natur staunen zu lassen.