Jedes Mal, wenn ich Der Zauberer von Oz wiedersehe, lächle ich Dorothy zu, dem neugierigen und mutigen Mädchen, das nach einer außergewöhnlichen Reise begreift, dass kein Ort so schön ist wie Zuhause. Ich sehe das genauso, auch als pensionierte Oma.
Jetzt, da Zeit ein Geschenk ist, liebe ich es, zwischen den Bergen zu wandern und neue Orte zu entdecken. Aber ich kehre immer zu meinem Zuhause zurück: Ich stütze mich ans Fenster und mein Blick wandert zu meinen Bergen. Die Tre Cime del Bondone, die Cima Sèra, der Valandro, der Piz und der Gazza verzaubern mich immer.
Das San Lorenzo von heute ist nicht mehr das meiner Jugend, aber es lebt weiter in meinen Erinnerungen und in den Schwarz-Weiß-Fotografien, die ich sorgfältig aufbewahre. Früher gab es vier Bars, drei Metzgereien, eine Tankstelle. Es gab sogar ein Kino, wo ich abwechselnd an der Kasse arbeitete, und eine Wäscherei mit Schneider. Mir fallen die Mama ein, eine unermüdliche Schneiderin von Hosen, und der Papa, Lastwagenfahrer und Händler. Es waren einfache Zeiten, aber voller Leben.
Mit Zuneigung erinnere ich mich an die Karnevale des Dorfes. Die Festwagen entstanden aus monatelanger Arbeit. Es gab Begeisterung, Teilen, ein Gemeinschaftsgefühl, das heute ein wenig fehlt. Unvergesslich war der Wagen, der der ersten Herztransplantation von Professor Barnard gewidmet war. Heute liegt über diesen Erinnerungen ein Schleier süßer Nostalgie, weil sie mich zu Ivo zurückbringen, meinem Mann, der nicht mehr da ist.
Wenn ich als Greeter Besucherinnen und Besucher begleite, erzähle ich gern diese Fragmente der Erinnerung. Die verblassten Fotografien werden in ihren neugierigen Augen wieder lebendig, und San Lorenzo färbt sich mit neuen Emotionen.
Ich liebe es zu kochen, den Gemüsegarten zu pflegen, zu nähen, Leidenschaften meiner Familie, und ich finde Frieden in einem kleinen Berghaus Richtung Prada, wo ich geduldig alte Gegenstände restauriere.
Ich bin viel gereist und viel gewandert, aber mein Glück bleibt hier, zwischen den Bergen von Zuhause. Wie Dorothy weiß ich, dass kein Ort so schön ist wie mein Zuhause.
Wobei kann ich dir helfen?
Als Greeter erzähle ich Ihnen von San Lorenzo in Banale anhand meiner Jugenderinnerungen und führe Sie durch Geschichten, Traditionen und die Berge, die dieses Dorf zu einem Zuhause im Herzen machen.