Dies ist ein einfacher Weg, der sanft ansteigt, aber in eine andere Welt führt. Im Naturpark Adamello-Brenta durchquert man Landschaften, die von Arbeit und Beharrlichkeit geprägt wurden.
Hier spielte sich das Leben in der Vertikalen ab – vom Dorf im Tal über die masàdeghe, Höfe auf mittlerer Höhe, bis hinauf zu den Almen. In den masàdeghe lebte man im Frühjahr, um die Tiere auf den Almauftrieb vorzubereiten, und im Herbst, um Heu für den Winter zu sparen. Dort wohnten die jungen, noch unverheirateten Leute, die nur sonntags zur Messe ins Tal herunterkamen. Die übrige Zeit war geprägt von Arbeit, Stille und Warten.
Straßen gibt es hier keine, nur Pfade. Die einzige Verbindung sind die Materialseilbahnen, von denen man auf dieser Strecke drei sieht. Die Seilbahn der Höfe von Dengolo funktioniert durch Schwerkraft: Den Antrieb bildet kein Motor, sondern nur das Gefälle und das Gewicht eines Korbs, der talwärts fährt und den anderen bergauf zieht. Fehlt das Holz, kommt Wasser zum Einsatz. Einfach, aber einfallsreich. Die letzte der Seilbahnen wurde 1927 als Gemeinschaftseinrichtung errichtet:
Sie versorgte die Berghöfe kostenlos mit Gütern – im Gegenzug für gemeinsame Arbeit. Beim Wandern folgt der Blick den gespannten Transportseilen, Zeichen eines harten und zugleich erfinderischen Lebens im steilen Gelände, das in der Stille noch immer fortbesteht.