Moline ist zusammen mit dem benachbarten Deggia einer der beiden Weiler, die von den sieben Villen von San Lorenzo in Banale getrennt sind und durch die sanften Hänge von Dòs Beo und Dòs Mani voneinander getrennt sind.
Moline liegt am Bach Bondai und lebt seit jeher in Symbiose mit dem Wasser. Unter der gepflasterten Brücke, die den Bach überquert, vereinigt sich die Acqua dei Paròi mit der Acqua Mora, die vom Nembia-See herabfließt, und bildet den Bondai.
Früher trieb dieses reißende Wasser die Mühlen an, nach denen der Ortsteil benannt ist, und versorgte Sägewerke, Schmieden und Spinnereien. Im 19. Jahrhundert war Moline das handwerkliche Herzstück von San Lorenzo: Man bearbeitete Holz und Eisen und spann Wolle und Hanf. Es gab auch eine kleine Fabrik, in der handgeschmiedete viereckige Nägel für Stiefel hergestellt wurden. Außerdem gab es eine Gaststätte mit Unterkunft, ein Postamt und eine Schule mit vierzig Kindern.
Moline war ein Knotenpunkt alter Handelswege, die die Giudicarie mit dem Val di Non und Trient verbanden. Dann, im Jahr 1921, mit der Eröffnung der Straße della Crozèa, der neuen Staatsstraße zwischen San Lorenzo und Molveno, die hoch über dem Ortsteil verläuft und sich in den Felsen am Fuße der Brenta-Dolomiten schneidet, verlagerten sich der Verkehr und das Leben an einen anderen Ort. Seitdem begann Moline langsam zu veröden.
Heute strahlt dieser Ort zwischen den Überresten von Mühlen und Schmieden einen diskreten und authentischen Charme aus. Das verblasste Schild einer Osteria wacht noch immer über die Steinbrücke, über die einst Kaiser Franz Joseph schritt. Heute halten hier die Wanderer der Wege San Vili und Frassati inne, um dem Rauschen des Baches zu lauschen und die Zeit zu genießen.
Etwas weiter steht ein Haus, das von Kletterpflanzen umrankt ist, die sich im Herbst rot und orange färben: Man nennt es das Laubhäuschen, Symbol eines Weilers, der zwar still ist, aber in den Farben, Erinnerungen und Blicken derer weiterlebt, die noch dort wohnen und ihn besuchen.
Manche sagen, Moline erinnere an die Provence: dasselbe goldene Licht, derselbe Duft von Kräutern, dieselbe Ruhe, die dazu einlädt, innezuhalten und zu lauschen. Moline ist der Ort des Friedens und der Gelassenheit, ein Zufluchtsort für die Seele, wo das Wasser rauscht, die Berge atmen und die Zeit für einen Moment vergisst zu vergehen.