Der Schlittenweg
Diesen Weg erschließt man sich Schritt für Schritt. Die Rillen im Pflaster sind keine Ornamente, sondern echte Spuren – hinterlassen von den Schlitten, die über Jahrhunderte das Heu von den Wiesen von Prada ins Tal brachten.
Man folgt einer gut erhaltenen salegada, einem traditionellen Pflasterweg, der gerade verläuft und stellenweise steil bergauf führt. Er wurde genutzt, um bei Tagesanbruch die Hochweiden mit ihrem artenreichen, duftenden Gras zu erreichen, das gemäht und als Winterfutter für das Vieh eingebracht wurde. Die Heuernte hielt die Gemeinschaft zusammen.
Die Spuren im Stein begleiten jeden Schritt und erzählen von gemeinsamer Anstrengung. Bei der Talfahrt der Schlitten waren die richtige Geschwindigkeit, Kontrolle und Erfahrung gefragt. Der Weg führt hinab zu den weiten Wiesen oberhalb des Dorfes und verläuft anschließend über steile Abschnitte, auf denen die sogenannten zambi, Stufen und Kanäle aus rechteckigem Stein in Trockenbauweise, das abfließende Wasser bremsen.
Dies ist eine anspruchsvolle Route ohne Abkürzungen, die eine unmittelbare Begegnung mit der Landschaft und der Arbeit ermöglicht, die sie geformt hat. Hier betrachtet man den Berg nicht nur – man versteht ihn.