Zum Seitenfuß springen

Der Weg schlängelt sich zwischen den zwei Hügeln Dòs Beo und Dòs Mani hindurch, stillen Hütern dieser Landschaft. Wer hier unterwegs ist, sucht nicht den Gipfel, sondern die Aussicht.

Der Anstieg führt auf den Dòs Beo, dessen Hänge Jahre lang von Ziegen kahl gefressen wurden. Eine Aufforstung im Jahr 1940 brachte die Nadelbäume zurück und heute wandert man durch einen dichten Wald, der nach wilden Nelken und Hundsrose duftet.

Der Dòs Beo erschließt sich in vier Etappen: vier Aussichtspunkte, vier Perspektiven. Zunächst die Dächer von San Lorenzo Dorsino, dann die Felsnadeln der Brenta-Dolomiten und die Almen von Baél. Die letzte lenkt den Blick senkrecht nach unten: Das Gelände fällt abrupt ab und tief unten liegt das stille Bondai-Tal.

Beim Abstieg gelangt man zu den Ruinen von Castel Mani, einst bischöfliche Festung, in der ein Hauptmann Transitzoll auf die Waren erhob. Der Legende nach versteckte dieser Mann kurz vor seinem Tod einen Schatz am Fuße des Turms. Gefunden hat ihn niemand: Ein listiger Teufel, so erzählt man, verschiebt ihn stets an eine andere Stelle, wenn sich jemand nähert.

Der Weg endet, doch es bleibt das Gefühl, über eine uralte Bühne gewandert zu sein – zwischen Ausblicken, die dem Himmel abgerungen scheinen, und Geheimnissen, die die Erde nicht preisgeben will.   

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