Schatzkammer der Artenvielfalt
Der Weg beginnt an Lichtungen und Waldrändern, wo Rehe flink zwischen den Bäumen verschwinden. Mit zunehmender Höhe öffnet sich die Landschaft auf die Mesobrometen von Prada, Magerweiden auf steinigen Böden, die nie gedüngt wurden und dennoch eine außergewöhnliche Biodiversität aufweisen.
Arnika, Enzian, Johanniskraut und Dutzende weitere Pflanzen blühen hier Seite an Seite, in einem über lange Zeit gewachsenen Gleichgewicht, das durch die einmalige jährliche Mahd aufrechterhalten wird. In Prada wächst das beste Bergheu, das über Generationen das Vieh ernährte und den Lebensunterhalt der Familien sicherte. Nach der anstrengenden Arbeit schliefen die Bauern in den Heustadeln, um wieder zu Kräften zu kommen.
Weiter oben wird das Gelände rauer. Auf den Graten zeigen sich Gämsen. Ein kurzer Abstecher führt zum insoglio, einer schlammigen Suhle, in der sich die Hirsche während der Brunft wälzen.
Mit etwas Glück sieht man einen Steinadler hoch am offenen Himmel kreisen: ein Zeichen für ein intaktes Ökosystem. Der Blick schweift schließlich in die Ferne bis zum Molveno-See.
Prada ist mehr als eine Wiesenlandschaft. Es ist der Beweis dafür, dass der Mensch die Natur nicht zerstört, wenn er mit Maß und Geduld wirtschaftet, sondern sie bewahrt.