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Es gibt Frauen, deren einfaches und beharrliches Leben Teil der Seele eines Ortes wird; für uns ist eine von ihnen Bruna Falagiarda, unsere BOF.

Bruna wurde am 21. Dezember 1921 in Dorsino in eine einfache, aber wertereiche Familie geboren. Als jüngste von fünf Schwestern wuchs sie zwischen den Düften der Erde und der konkreten Wirklichkeit der Feldarbeit auf. Nach der Heirat mit Arturo zog sie nach San Lorenzo in Banale, wo sie eine große und eng verbundene Familie aufbaute: zehn Kinder und über dreißig Enkelkinder.

Ihre Wurzeln waren tief, doch ihr Geist war offen, neugierig und wissbegierig. Auch wenn die Umstände es ihr nicht erlaubten, ihre Ausbildung über die Grundschule hinaus fortzusetzen, hörte BOF nie auf zu lesen, zu lernen und die Welt zu beobachten. Und zu schreiben. Mit Ironie, Sanftheit und Wahrheit tat sie dies in der Sprache, die sie am besten kannte: im Dialekt.

Ihr kleines Buch Cioche e raviss che non se pol cavar versammelt einige ihrer Dialektgedichte, geschrieben "um meinen Kindern Freude zu bereiten, meinen lieben Enkeln und als Erinnerung für die Nachwelt“. In der Einleitung hinterlässt BOF eine Botschaft, die heute wie ein Vermächtnis voller Weisheit und Liebe zum einfachen Leben klingt:

Nichts auf der Welt ist kostbarer als eine Erinnerung, die auf Säulen von Opferbereitschaft und Menschlichkeit aufgebaut ist... Ohne große Ansprüche lest diese meine Dialektgedichte aufmerksam, und ihr werdet sehen, dass ihr euch auf die eine oder andere Weise darin wiederfindet, um jene Augenblicke noch einmal zu erleben, die so schnell von Zeit und Fortschritt verstreut werden.

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Viele Jahre lang kümmerte sich Bruna um den Kalender der AVIS (der Vereinigung der Blutspender) und bereicherte ihn mit Anekdoten, Redensarten und historischen Kuriositäten. Ihre Stimme war eine starke, freie und authentische weibliche Stimme, die mit Einfachheit die bäuerliche Welt erzählen konnte, aber auch mit Stolz die Würde und den Wert der Frauen verteidigte.

Es überrascht daher nicht, dass zu ihren beliebtesten Werken Onore alla Ciuìga gehört, ein Gedicht, das der Ciuìga gewidmet ist – der Wurst mit Rüben, die heute ein Slow-Food-Presidio und das Herz der Sagra della Ciuìga ist. In ihren Versen wird Demut zu Stolz, Armut zu Einfallsreichtum und Tradition zu Kunst.

In diesem Jahr, während sich San Lorenzo in Banale darauf vorbereitet, das 25-jährige Jubiläum der Sagra della Ciuìga zu feiern, können wir diese unermüdliche Frau nur mit Dankbarkeit in Erinnerung behalten – eine Frau, die mit ihren Worten einer ganzen Gemeinschaft eine Stimme gegeben hat.

BOF hat uns im Jahr 2021 verlassen, nach hundert Jahren, die sie mit Intensität, Mut und Poesie gelebt hat. Doch ihre Worte sind noch immer hier. Wie der Duft der Ciuìga, der an Oktobermorgen durch die Gassen des Dorfes zieht, wie die Erinnerung derjenigen, die wissen, dass man seine Wurzeln nicht wählt: man ehrt sie.

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